Healing Teeth Naturally
 
 
 

Mineralstoffe: drum prüfe, was sich ewig bindet
(frei nach Friedrich von Schiller)

Neben Kalzium bildet Phosphor einen zentralen Bestandteil der Hartsubstanz in Zähnen und Knochen.

Bestimmte Pflanzenteile (wie die Kleie bzw. äußere Hülle von Saaten, Nüssen, Bohnen und Getreide) speichern Phosphor in der chemischen Form von Phytinsäure bzw. Phytat.

Um den gebundenen Phosphor (bzw. Phosphat) aus dem Phytatmolekül herauszulösen, werden Enzyme namens Phytase benötigt, welche die meisten Tiere einschl. des Menschen nicht selbst produzieren.

In anderen Worten, der in den oben genannten (ansonsten als gesund geltenden) Nahrungsmitteln enthaltene Phosphor ist (je nach Autor) entweder "generell nicht" oder "nur etwa zur Hälfte" verfügbar (triff deine Wahl :-). Glücklicherweise findet sich Phosphor in fast allen Lebensmitteln, da er in sämtlichen Lebewesen von zentraler Bedeutung ist (deshalb sind beispielsweise Milchprodukte, Fisch und Fleisch reiche Quellen, doch Phosphor kommt auch in Weizen, Nüssen usw. vor, d. h. eine gemischte Ernährung sollte ausreichende Mengen an bioverfügbarem Phosphor liefern).

Folgenschwerer als ihre "starke Anziehung" für Phosphor ist die Tatsache, dass Phytinsäure ein Komplexbildner ist, der essenzielle Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink unlöslich zu binden vermag. An Phytinsäure gebundene Mineralstoffe können während der Darmpassage nicht absorbiert werden und damit zu Mineralstoffmängeln führen, wenn keine zusätzliche mineralstoffreiche Nahrung, die nicht von Phytinsäure "behindert" wird, aufgenommen wird.

Küchentechniken, die Phytinsäure reduzieren helfen

Gottseidank existieren mehrere traditionelle Methoden der Nahrungsherstellung, welche die in den oben angeführten Lebensmitteln vorkommende Phytinsäure verringern helfen.

Als beste Methoden gelten das Keimen (was den weiteren Vorteil aufweist, den Gehalt an einigen Nährstoffen - teilweise sogar dramatisch - zu erhöhen), Milchsäure- und andere Gärung (incl. Sauerteig und Hefe zur Brotherstellung) und Einweichen in einer sauren Flüssigkeit.

Eine gesunde Darmflora mit probiotischen Milchsäure- und anderen guten Bakterien mag auch helfen. Nach einer von mir nicht verifizierten Quelle produzieren diese Organismen unter anderem die oben erwähnten Phytase-Enzyme, die zum Herauslösen des Phosphats aus dem Phytat erforderlich sind.

Selbst Kochen reduziert Phytinsäure zu einem gewissen Grad.

In anderen Worten, um z. B. beim Genuss von Getreideprodukten Mineralstoffverluste während der Darmpassage zu vermeiden, sollten diese vorzugsweise nur nach Vorbehandlung per Keimung und/oder milchsaurer Gärung und/oder Kochen verzehrt werden.

Frühe Forschung: Zahnverfall reversibel durch Verzicht auf Getreidenahrung?

Dr. Herbert Shelton, der im englischsprachigen Raum sehr bekannte Verfechter der Natural-Hygiene-Bewegung, schreibt dass "Untersuchungen gezeigt haben, dass jene Rassen, deren Ernährung keine Getreideprodukte einschließt, Zähne und Münder aufweisen, die quasi keinerlei Krankheitszeichen erkennen lassen"1. Schon in den 1920er Jahren wies eine an Kindern durchgeführte Studie eine Verbindung zwischen dem Verzehr von Getreideprodukten und Karies bzw. dem Verzicht auf Getreideprodukte und der Heilung von Zahnverfall nach.

Um herauszufinden, ob eine Ernährung mit wenig Getreideprodukten, aber mit viel Vitamin D, aktive Karies heilen würde (erfolgreiche Untersuchungen am Sekundärdentin von Hunden ließen dies als eine Möglichkeit erscheinen), teilte die Forscherin May Mellanby eine Gruppe von 62 Kindern mit aktiver Karies in drei verschiedene Ernährungsgruppen ein, die sie sechs Monate lang beobachtete.

Gruppe 1 bekam weiterhin ihre normale Ernährung, aber zusätzlich Haferflocken (eine reiche Phytinsäurequelle). Gruppe 2 erhielt ihre normale Nahrung, angereichert mit Vitamin D. Die dritte Gruppe schließlich erhielt eine getreidefreie Diät plus Vitamin D.

Das Ergebnis war hochinteressant. Gruppe 1 hatte neue Kariesläsionen entwickelt. In Gruppe 2 bewirkte die Gabe von Vitamin D, dass die meisten Löcher heilten und weniger neue entstanden. Gruppe 3, die keine Getreideprodukte (aber einige zuckerhaltige Nahrungsmittel!) zu sich genommen hatte und gleichzeitig Vitamin D verabreicht bekam, zeigte die dramatischsten Heilungseffekte: quasi sämtliche Karies verschwunden, nur einige wenige neue Läsionen.

Ob nun der "ungemilderte" Phytinsäuregehalt oder irgend eine andere Eigenschaft der Verstoffwechslung von Getreide im menschlichen Körper Schuld daran trug, dass Gruppe 2 eine weniger ausgeprägte Kariesheilung erfuhr, in jedem Fall ist diese Studie von Interesse.2

Obiger Bericht stimmt auch mit diesem here überein, der das Abheilen einer Parodontalerkrankung nach Aufgabe von Getreideprodukten zum Inhalt hat. Es erinnert mich auch an eine persönliche Erfahrung: oftmals nach dem Verzehr von Vollreis oder Vollkornnudeln habe ich einen unangenehmen Film auf den Zähnen entwickelt (was sonst nach dem Essen kaum passiert).

Allerdings ist hier anzufügen, dass der deutsche Zahngesundheitspioneer und Zahnarzt Dr. Johann Georg Schnitzer seine Anti-Karies-Diät schwerpunktmäßig auf rohes und erhitztes Vollkorn und daraus hergestellte Produkte sowie weitere Rohkost aufbaut.

Last but not least hat auch Zahnforscher Dr Ralph Steinman vor allem in Rattenversuchen demonstriert, dass das Hinzufügen von Weizenvollkorn zu einer kariogenen Diät (zwei Drittel Vollweizen, ein Drittel kariogene Diät) das Kariesvorkommen in der untersuchten Rattenpopulation drastisch zu senken vermochte, während das Hinzufügen von Weißmehl keinen solchen positiven Einfluss ausübte.4 Ähnlich zog er auch seine drei Kinder mit einer Diät aus ausschließlich Vollkornprodukten, Milch, Gemüsen und Früchten sowie minimaler Zuckerzufuhr auf, und keines davon entwickelte jemals ein "Loch" im Zahn (während beide Elternteile, die "konventionell" ernährt worden waren, damit reichlich "gesegnet" waren.

Wie dem auch sei, wie weiter oben gezeigt gibt es Techniken, die den Phytinsäuregehalt von Getreide und anderen phytathaltigen Lebensmitteln reduzieren - d. h. falls du nicht intuitiv das für dich als richtig erkennst, würde ich nicht auf Nahrungsmittel verzichten, die schließlich auch zahlreiche Nährstoffe aufweisen (ganz zu schweigen von ihren kulinarischen Qualitäten).

Dass Löcher in den Zähnen nicht nur von dem Konsum von Getreideprodukten mit hohem Phytinsäuregehalt herrühren können, lässt sich auch aus Folgendem erkennen:

In seiner Weltodyssee auf der Suche nach Volksstämmen, die sich die Gesundheit ihrer Zähne und Körper bewahrt hatten, erforschte Dr. Weston A Price3 u.a. auch gälische Gemeinschaften,die auf den äußeren Hebriden lebten, und hob sie als ein Beispiel hervorragender Gesundheit hervor. Eines der Grundnahrungsmittel dieser Gruppe war... Hafer! Zitat aus Prices Buch Nutrition and Physical Degeneration:

"Die Grundnahrung dieser Inselbewohner setzt sich aus Fisch und Haferprodukten zusammen sowie ein wenig Gerste. Hafer wächst dort als einziges recht gut und dient zur Herstellung von Porridge und Haferkuchen, die in vielen Familien in der einen oder anderen Form regelmäßig zu jeder Mahlzeit gereicht werden."

Übrigens betrachtet der herausragende Naturheiler Pater Thomas Häberle den Hafer als die Heilkost schlechthin und schreibt u. a.: "Falls die Zähne wackeln, ist es meist ein Zeichen von Vitaminmangel. Falls man täglich eine gute Portion Haferflocken isst, werden die Zähne von selber wieder fest."

Es kann spekuliert werden, dass Getreideprodukte nur bei einer Ernährungsform, die denaturierte Nahrungsmittel wie beispielsweise Zucker einschließt (die die Kinder in obiger Untersuchung ja zu sich nahmen), das Fass zum Überlaufen bringen. Oder vielleicht ist einer der kariesauslösenden Mechanismen die Kombination von Stärke und Zucker (die z. B. von F.X. Mayr als Auslöser von alkoholischer Gärung im menschlichen Verdauungstrakt beschrieben wird)?

Oder vielleicht ist es gar nicht die absolute Menge an zugeführter Phytinsäure, sondern die "relative", d. h. ob diese mit entsprechend hoher Mineralstoff- und Vitamin-D-Zufuhr kompensiert wird (d. h. je höher der Phytatverzehr, um so höher sollte die Mineralstoff- und Vitamin-D-Zufuhr sein). Dies könnte auch den guten Gesundheitszustand der o. e. gälischen Fischer mit dem hohen Phytatverzehr erklären, die sich dank ihrer an Meeresfrüchten reichen Ernährung gleichzeitig auch große Mengen an Vitamin D und Mineralstoffen zugeführt haben müssen.

Footnotes

1 Compare Dr. Herbert Shelton on the true causes of tooth decay.

2 The original can be downloaded - after free registration - from the British Medical Journal at http://www.bmj.com/cgi/reprint/2/3322/354). Interestingly, a number of similar research findings have been published in respected professional journals decades ago, see for instance the Journal of Dental Research at http://jdr.sagepub.com/ which publishes all issues since March 1919. It makes you wonder why these empowering research findings have never been widely circulated to the public...

3 See Introduction to Dr. Weston A Price's work.

4 Healing Teeth Naturally does not support animal experimentation. Many reasons for this are being discussed for instance at Animal Experimentation Unscientific, On Differences Between Species, Better Science: Benefits of Using Non-Animal Tests The Harms to Humans from Animal Experimentation and Better Science: Limitations of Animal Tests.

Dr Steinman has done much animal research on tooth decay the important results of which seem to fully apply to humans. For details see Dentinal fluid transport - revolutionary theory of natural caries resistance and cariogenesis: Research by Drs. Steinman & Leonora posits the precedence of host resistance over bacteria as primary cause of tooth decay.

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